{"id":440,"date":"2011-12-18T08:59:58","date_gmt":"2011-12-18T08:59:58","guid":{"rendered":"http:\/\/wp1048575.server-he.de\/wp\/index.php\/2011\/12\/18\/der-gegenbesuch-der-veta-schuelerinnen-aus-mwanza-im-mai-2011-ein-rueckblick\/"},"modified":"2022-11-23T09:30:28","modified_gmt":"2022-11-23T09:30:28","slug":"der-gegenbesuch-der-veta-schuelerinnen-aus-mwanza-im-mai-2011-ein-rueckblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mwanza.de\/wps\/der-gegenbesuch-der-veta-schuelerinnen-aus-mwanza-im-mai-2011-ein-rueckblick\/","title":{"rendered":"Der Gegenbesuch der VETA-Sch\u00fclerinnen aus Mwanza im Mai 2011 &#8211; Ein R\u00fcckblick"},"content":{"rendered":"<p>Der Tag der Abreise war am 18. Mai nach zwei Wochen gekommen. Das Reisegep\u00e4ck war angewachsen: Nicht nur das ein oder andere Geschenk war dazugekommen, sondern reichlich wurde auch \u201eKuriergep\u00e4ck\u201c vom M.W.A.N.Z.A. e.V.\u00a0 mitgegeben: Noten des Chores VOICES f\u00fcr den Partnerchor, den sie beim Konzert Ende 2009 dr\u00fcben kennen gelernt hatten, Ausstattung f\u00fcr Stra\u00dfenjungen-Fu\u00dfballer vom Fu\u00dfballverein Weilbach, Stoffe f\u00fcr die N\u00e4harbeiten in der Behinderten-Werkstatt Tunaweza und nat\u00fcrlich auch Briefe und kleine Geschenke f\u00fcr die Verantwortlichen der Stadt Mwanza und der Berufsschule VETA. Die elf Sch\u00fclerinnen der Sparte \u201eHotel Catering\u201c samt ihren zwei Lehrerinnen Flaviana Minde und Joyce Kinabo waren ja schlie\u00dflich auf die gro\u00dfe Reise nach Europa in die ferne Partnerstadt W\u00fcrzburg geschickt worden und sollten hier ein gutes Bild abgeben \u2013 was ihnen sicher auch gelungen ist. Deshalb erhielten sie auch Zertifikate \u00fcber ihr mutiges Projekt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Am Abfahrtstag standen zwei Lehrerinnen der Klara-Oppenheimer-Schule und eine W\u00fcrzburger Tansanierin zum Abschied vor dem Kilianeum, wo die jungen Frauen (zwischen 20 und 22 Jahre alt) vorz\u00fcglich untergebracht waren. Im Bus in Richtung Flughafen war es dann sehr ruhig, drau\u00dfen sch\u00f6nstes Wetter \u2013 aber die Erinnerungen an all die Tage in W\u00fcrzburg waren doch zu stark:<\/p>\n<p>Am letzten Abend gab es im gro\u00dfen Saal der Klara-Oppenheimer-Schule ein gelungenes\u00a0 Abschiedsfest, zu dem auch die Sponsoren eingeladen waren. Die Menukarte wies nebeneinander aus: Frankenbuffet und Mwanzabuffet. \u201eWir haben das als AFR\u00e4nkische Gemeinschaftsleistung gestaltet\u201c, so humorvoll Doris Mehling, die couragierte Hauswirtschafts-Fachleiterin, die diesen Sch\u00fcleraustausch schon \u201eals die gr\u00f6\u00dfte Unternehmung meiner ganzen Dienstzeit\u201c ansieht. Nat\u00fcrlich gab es Dankesreden vom Schulleiter Herrn Ott, vom M.W.A.N.Z.A. e.V. \u2013Vorsitzenden Michael Stolz, der sich in Kisuaheli an die Besuchsgruppe wandte, und von Homaira Mansury, Dozentin an der Akademie Frankenwarte, der Dritten der Kooperationspartner f\u00fcr dieses Projekt. Und musikalisch war einiges geboten: ein Projektchor der FA II, alle in fr\u00e4nkischer oder bayrischer Tracht, eine liebevoll ausgearbeitete deutsch-englische Pr\u00e4sentation der W\u00fcrzburger Sch\u00fclerinnen, herzliche Dankesworte von Joyce Kinabo, die den fachlichen und menschlichen Gewinn der Reise nicht genug loben konnte. Als dann die jungen Frauen aus Mwanza zu singen und zu tanzen anfingen, griff die lebendige Stimmung auf die fast 100 Besucher des Abends \u00fcber. Lange zog sich die Verabschiedung hin, Abschiedsphotos und Umarmungen immer wieder.<\/p>\n<p>Die Lunch-Pakete, die von der Fachakademie f\u00fcr Hauswirtschaft mitgegeben worden waren, lenkten ein bisschen von den Emotionen ab. Am Mittag noch waren sie im Kasino des Rathauses zu einem Abschiedsessen von Eva-Maria Barklind-Schwander, der St\u00e4dtepartnerschafts-Beauftragten, empfangen und in aller Form verabschiedet worden. Bereits zu Beginn hatte es einen h\u00f6chst lebendigen Empfang bei B\u00fcrgermeisterin Marion Sch\u00e4fer (Bildmitte)\u00a0 gegeben.<\/p>\n<p>Und wie waren die Eindr\u00fccke nach diesen zwei Wochen mit gef\u00fclltem Programm? Vom Ballett \u201eDracula\u201c im Theater, der Missions\u00e4rztlichen Klinik (medizinische und hauswirtschaftliche Aspekte), dem Blindeninstitut (Schule und Gro\u00dfk\u00fcche), Residenz samt Hofkeller, dem Hofgarten in Veitsh\u00f6chheim, dem j\u00fcdischen Museum Shalom Europa. Den Tansania-L\u00e4nderabend in der Akademie Frankenwarte hatten sie kulinarisch und musikalisch-t\u00e4nzerisch mitgestaltet. Sogar zu einer Spessart-Gartenparty nach Schollbrunn hatte Katharina Eich, eine Mwanzabesucherin des Vorjahres, eingeladen.<\/p>\n<p>Anna, eine 21-j\u00e4hrige sehr aufgeschlossene VETA-Sch\u00fclerin, fasste ihre Erfahrungen so zusammen. \u201eWir haben sehr schnell Freundschaft geschlossen mit der Nachfolgeklasse, deren Unterricht wir mitgemacht haben. Aber mit unseren Partnerinnen des Vorjahres waren wir schon noch sehr vertraut. Die Klara-Oppenheimer-Schule gefiel mir sehr; so viele Maschinen werden in der Hauswirtschaft eingesetzt, zum Kochen, Backen, zur Reinigung, zum Waschen. Da ist doch vieles leichter als bei uns. Auch auf der Stra\u00dfe in W\u00fcrzburg wurden wir \u00fcberall freundlich begr\u00fc\u00dft. Ach, ihr seid die aus der Zeitung, h\u00f6rten wir \u00f6fter.\u201c<\/p>\n<p>Das konnte auch Joyce Kinabo, 39 Jahre, zur Zeit f\u00fcr ein Aufbaustudium in Kampala, Uganda, beurlaubte begleitende Lehrerin, best\u00e4tigen: \u201eDie Vorteile des Lebens und der Arbeitsbedingungen hier sind schon sehr offensichtlich. Unsere Erwartungen wurden \u00fcbertroffen. Fachlich haben wir von den Gro\u00dfk\u00fcchen, Gastst\u00e4ttenbetrieben, dem Schulalltag sehr viel profitiert. Hygiene wird bei uns nat\u00fcrlich auch unterrichtet &#8211; aber wie penibel das hier umgesetzt wird, hat uns \u00fcberrascht. Die Praxis scheint mir hier n\u00e4her an der Theorie zu sein. Wir werden sicher in unserem Unterricht und in der Berufsaus\u00fcbung daraus lernen k\u00f6nnen. Der Arbeitsumfang eines Schultages mit 8 Stunden ist uns auch vertraut. Na, und dann das Zeitmanagement!\u201c Sie schmunzelte. \u201eAm Schluss haben wir dann aber auch mal auf unsere deutschen Gastgeber warten m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Schnell verflog die Zeit bis zum Frankfurter Flughafen. Beschriftung des Gep\u00e4cks, Warten beim Einchecken verz\u00f6gerten noch den unumg\u00e4nglichen Abschied von den drei Betreuern aus W\u00fcrzburg. Dann aber wird es ein anr\u00fchrender, sehr pers\u00f6nlicher Abschied: nach zwei Wochen in Mwanza im Vorjahr und zwei Wochen jetzt, die nur m\u00f6glich waren, weil die drei Initiatoren in sch\u00f6nster Eintracht und mit ihren je eigenen Kompetenzen ganz viel bewegt hatten \u2013 und dank vieler gro\u00dfherziger Sponsoren: Beim \u201eAsante\u201c konnten die Sch\u00fclerinnen kaum ihre Tr\u00e4nen zur\u00fcckhalten \u2013 und auch die Organisatoren taten sich schwer dabei.<\/p>\n<p>Nachtflug nach Dubai, ein paar Stunden Aufenthalt, weiter nach Daressalam bis zum Nachmittag. Eine Nacht dort, ein Tag Zwischenpause und dann eine ganz lange 1000 km-Tagesfahrt nach Mwanza. M\u00fcde, aber erf\u00fcllt kamen sie drei Tage sp\u00e4ter an.<\/p>\n<p>\u201eMama Dorisi\u201c, wie Doris Mehling liebevoll tituliert wurde, war auf der R\u00fcckfahrt nach W\u00fcrzburg noch immer bewegt: \u201eSie haben schon einige m\u00fctterliche Streicheleinheiten gebraucht in dieser so fremden Umgebung, aber die Eindr\u00fccke sind unvergesslich. Bewundert habe ich das gro\u00dfe Interesse am Fachlichen; alles wurde bereitwillig aufgenommen und auch praktisch umgesetzt.\u201c Verschmitzt l\u00e4chelnd wies sie auf die gro\u00dfe Offenheit der G\u00e4ste hin: \u201eDas l\u00e4sst sich schon an der Eiscreme zeigen: Von den sicheren Sorten Vanille und Schoko haben sie sich schnell an alle anderen Geschmacksrichtungen herangetraut; und zuletzt haben sie sich mit Mango schon an ihre Heimat herangeschmeckt.\u201c<\/p>\n<p>Alles in allem? \u201eWirklich eine Begegnung der besonderen Art: auf Berufsschulebene, gegenseitig und auf Augenh\u00f6he \u2013 und das zwischen Afrika und Europa. Das gibt es nicht so oft\u201c, findet Michael Stolz vom M.W.A.N.Z.A. e.V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tag der Abreise war am 18. Mai nach zwei Wochen gekommen. 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