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STELLUNGNAHME UNSERES VEREINS ZUM FILM

Mwanzas Schattenseiten - die Kehrseite des „Viktoriabarschs“

Nach dem Besuch des österreichischen Dokumentarfilms „Darwins Albtraum“ haben Mitglieder des M.W.A.N.Z.A. e.V. aus ihrer näheren Kenntnis von Würzburgs Partnerstadt Mwanza sich mit einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewandt.

Sie bescheinigen dem Dokumentarfilmer Hubert Sauper einen mutigen Blick auf die Hintergründe des unfairen Handels zwischen Geschäftsleuten in Tansania, anderen afrikanischen Ländern und den Industriestaaten. Offen und kritisch werde die weltweite und tansanische Ungerechtigkeit im Film sichtbar gemacht; so kann man nicht übersehen, dass menschenwürdiges Leben und Wohlstand so ungleich verteilt sind. Die negativen Auswirkungen für die Bewohner Mwanzas werden in einfühlsamen, teilweise schockierenden Nahaufnahmen gezeigt. Wenn auch 1000 Menschen durch die im Film gezeigte Fischfabrik Arbeit erhalten, so trägt dieser neue Industriezweig doch nicht dazu bei, Armut oder Krankheit der Bevölkerung zu stoppen. Michael Stolz, der Vorsitzende des Vereins dazu: "Der Film schärft das Bewusstsein dafür, in welch ärmlichen Verhältnissen der bei uns zu kaufende Viktoriabarsch verarbeitet und vermarktet wird. Nur einige wenige Fabrikbesitzer werden wirklich reich dadurch.“

Der Film zeigt die nichttouristische Seite von Mwanza. Die Tragik des Viktoriasees, der genauso groß ist wie Bayern, entspricht der Situation der globalen Umwelt: Seine ökologische Zerstörung wird zum Profit weniger vermarktet. Schon seit den 90-er Jahren werde die ökologische Bedrohung durch den Nilbarsch auch durch die dortigen Naturschutzorganisationen gesehen. Vergleichbar dem 19. Jahrhundert in Europa können sich solche kritischen Stimmen allerdings gegen den kurzfristigen Profit der Industrialisierung kaum durchsetzen. So fragt Anne Köbler, die zweite Vorsitzende: "Müssen wir in Europa Fischfilets aus Tansania verzehren, die zudem noch mit dem Flugzeug eingeflogen werden? Was für ein ökologischer Wahnsinn!“

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