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Stellungnahmen zum Dokumentarfilm

von Hubert Sauper

DARWINS ALPTRAUM

Bernardo C. Mwbilo


My name is Bernardo Costa Mbwilo. I’m a Tanzanian Secondary School Teacher, but now living in Germany. I was born and grew up in Mwanza, Tanzania. That is to say in other words: I know Mwanza to some extent. Having watched the documentation film ‘Darwin’s Nightmare’ I also have my own opinion towards it.

I think that the film producer wants to show the unfair trade which is going on between Tanzania, other central African countries and some western countries. The film shows the negative effects of this unfair business to the citizens of the lake region. The film also shows how the fish business has not succeeded to remove poverty to the people living around the lake region. The living condition of these people along the lake region seems to be very poor.

The film also shows poor infrastructure: unasphalt roads, the planes landing on the poor conditioned airport, people dressing poorly, the uncondusive working environment, prostitution, drug abuse etc. I think the aim of this film to show how big nations contribute to the poverty of Tanzania and other African countries, through unequal exchange in trade is reached. This can then rise the awareness to all people in the world about what is happening between Tanzania, other African countries and rich countries from the West. It also tries to give some answers to reason of the prolonged poverty in Tanzania and central African countries. To this the film producer had a great courage to show it out. I suppose he has succeeded.

This is one great advantage that can be seen. But my fear is people to misunderstand the real situation of how people lead their everyday life. What we see every now and then from different broadcastings, is that people from the western countries talk of Africa as a country and not as a continent. And it is always about war, anger, diseases, etc. My fear is for a person who has not been in one of the African countries will even need extra courage to go there.

Despite these problems there is also the smiling Tanzania. They are kind to one another and show a high degree of togetherness at times of sadness and happiness. Tanzania has more than 120 different tribes, and a number of different religions despite all these they live together in peace. Focussing Mwanza itself there are different attractive areas surrounding the lake region, e.g. the Bismarck rock, the Saanane island which is full of different animals etc.

Mwanza is also rich of minerals like gold and diamond, the fresh watered Lake Victoria which is among the biggest lakes in the World is also found in Mwanza. These are only some of the good things someone can find in Mwanza.

I challenge the film producers and other journalists to see also the smiling side of Tanzania and Africa in general. I think it is not fair to talk only about problems, because every country has problems including developed countries. This will help people from western countries to think positively about Tanzania and Africa as a continent.

Bernardo Costa Mbwilo
M.W.A.N.Z.A. e.V.
Unterdürrbacher Str. 346
97080 Würzburg

Tel. & Fax: 0931 / 9 64 81
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STELLUNGNAHME UNSERES VEREINS ZUM FILM

Mwanzas Schattenseiten - die Kehrseite des „Viktoriabarschs“

Nach dem Besuch des österreichischen Dokumentarfilms „Darwins Albtraum“ haben Mitglieder des M.W.A.N.Z.A. e.V. aus ihrer näheren Kenntnis von Würzburgs Partnerstadt Mwanza sich mit einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewandt.

Sie bescheinigen dem Dokumentarfilmer Hubert Sauper einen mutigen Blick auf die Hintergründe des unfairen Handels zwischen Geschäftsleuten in Tansania, anderen afrikanischen Ländern und den Industriestaaten. Offen und kritisch werde die weltweite und tansanische Ungerechtigkeit im Film sichtbar gemacht; so kann man nicht übersehen, dass menschenwürdiges Leben und Wohlstand so ungleich verteilt sind. Die negativen Auswirkungen für die Bewohner Mwanzas werden in einfühlsamen, teilweise schockierenden Nahaufnahmen gezeigt. Wenn auch 1000 Menschen durch die im Film gezeigte Fischfabrik Arbeit erhalten, so trägt dieser neue Industriezweig doch nicht dazu bei, Armut oder Krankheit der Bevölkerung zu stoppen. Michael Stolz, der Vorsitzende des Vereins dazu: "Der Film schärft das Bewusstsein dafür, in welch ärmlichen Verhältnissen der bei uns zu kaufende Viktoriabarsch verarbeitet und vermarktet wird. Nur einige wenige Fabrikbesitzer werden wirklich reich dadurch.“

Der Film zeigt die nichttouristische Seite von Mwanza. Die Tragik des Viktoriasees, der genauso groß ist wie Bayern, entspricht der Situation der globalen Umwelt: Seine ökologische Zerstörung wird zum Profit weniger vermarktet. Schon seit den 90-er Jahren werde die ökologische Bedrohung durch den Nilbarsch auch durch die dortigen Naturschutzorganisationen gesehen. Vergleichbar dem 19. Jahrhundert in Europa können sich solche kritischen Stimmen allerdings gegen den kurzfristigen Profit der Industrialisierung kaum durchsetzen. So fragt Anne Köbler, die zweite Vorsitzende: "Müssen wir in Europa Fischfilets aus Tansania verzehren, die zudem noch mit dem Flugzeug eingeflogen werden? Was für ein ökologischer Wahnsinn!“


         Wer Afrika aber nicht aus eigener Erfahrung kennt, sei verlockt, die Perspektive des Films für die ganze Wirklichkeit zu halten. Bernardo Mbwilo, ein Lehrer aus Mwanza, der zu einem Aufbaustudium in Deutschland weilt, fragt sich angesichts von "Darwins Albtraum“ vor allem: "Wo bleibt trotz all dieser Probleme das lächelnde Tansania? Die meisten Menschen meiner Heimat gehen freundlich miteinander um und zeigen einen starken Zusammenhalt, sowohl in Zeiten des Leids wie des Glücks.“

 

Alle, die schon einmal in Mwanza waren, sind sich einig: Die Schönheit der Stadt wie der Umgebung wird nicht gezeigt. Insofern kann der Film die sattsam bekannten Leid- und Katastrophen-Klischees über Afrika verstärken. Dass dort Menschen mit einem erstaunlichen Einfallsreichtum und unverdrossenem Optimismus ihr Leben meistern - angesichts wirtschaftlich schwieriger Verhältnisse - davon könnten wir in Deutschland, geübt im Jammern auf hohem Niveau, uns eine dicke Scheibe abschneiden.

Nach jüngsten Informationen aus Mwanza zeigen sich die Auswirkungen der im Film gezeigten Realität leider nur zu deutlich. Infolge der leichteren Verfügbarkeit von Kleinwaffen, die offenbar durch die Transportflugzeuge illegal ins Land kommen, habe der Waffenbesitz in Mwanza zugenommen.

Einen guten Freund hat Stefanie Beck im Film entdeckt, den Maler Jonathan. "Es hat mich berührt, ihn, mit dem ich nächtelang auf der Straße bei den Straßenkindern war, im Film wieder zu entdecken. Seine Bilder und Geschichten über die Kinder, die auf der Straße schnüffeln, habe ich selbst miterlebt. Ich frage mich aber, was passieren wird, wenn dieser Film in Tansania gezeigt wird. Das könnte Konsequenzen für die Menschen haben, die vor der Kamera so ehrlich waren."

In der Hauptschule Heuchelhof hat Lilo Halbleib mit ihrer Klasse M8 den Film besucht und sich einfühlend-kritisch damit auseinander gesetzt. Die Ergebnisse kann man auf der Schul-Homepage sehen.

Der Verein wird versuchen, den Autor im Rahmen des Afrikafestivals nach Würzburg zu holen, um das Gespräch über die offenen Fragen zu führen.Pädagogisch-didaktische Aufbereitung:

Unter http://hs-heuchelhof.virtuelle-schuelerzeitung.de:8001/K_Klassen/ko_darwin/ finden sich die Ergebnisse der Klasse von Lilo Halbleib von der Hauptschule Heuchelhof Würzburg.


Große Sammlung von Kritik und Stellungnahmen bei www.bagamoyo.com


 


 

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