Die fast 50-jährige Städtepartnerschaft Würzburg – Mwanza wirkt sich nun auch auf den Fischfang dort aus.

Zur feierlichen Übergabe der Anlage auf dem gesicherten Gelände des Royal Sunset Park Hotels in Luchelele am Stadtrand von Mwanza hatte es sich der neue Oberbürgermeister Stanslaus Shing’oma Mabula nicht nehmen lassen selber zu erscheinen. Für die Techniker-Schüler aus Würzburg war dies schon die zweite Solaranlage, die innerhalb ihrer beiden letzten Aufenthaltstage in Betrieb genommen wurde – nach der solarthermischen Warmwasserbereitung in der Berufsschule VETA vom Vortag.

 

Mehr als ein Jahr hatte es gedauert von der Begutachtung des Solarsystems in Würzburg durch die Stadtoberen von Mwanza im Rahmen der letztjährigen Mainfrankenmesse, bis nun alle Vorarbeiten abgeschlossen werden konnten. Stationen waren das Versenden der 350 kg-Transportbox nach Mwanza –vor allem das Freibekommen aus dem Hafen von Daressalam war äußerst tückenreich-,  die Erarbeitung eines Joint-Venture-Vertrages mit den nötigen vier Unterschriften seit Februar– und schließlich das Errichten des Systems durch einen mit dem System Vertrauten; der angehende Zahnmediziner Philip Stähler hatte das Ende September bewerkstelligt.

Auch das lokale Fernsehen war zur Übergabe gekommen. Alle vier Vertragsparteien des Joint-Venture-Solarprojekts waren vertreten: die Stadtverwaltung Mwanza, die Fischerkooperative, der Erneuerbare-Energien-Verband Tansanias TAREA und der Würzburger M.W.A.N.Z.A.  e.V.

Der lobenden Worte gab es genug: Mr. Kalaleko von der Fischerkooperative war stolz, dass modernste Technik ausgerechnet in seinem entlegenen Stadtteil eingesetzt werde. Der städtische Fischereibeauftragte Omary Kamata: „Wir wollen selber bei diesem Pilotprojekt mitwirken, damit es weite Verbreitung finden kann.“ OB Mabula stellte das Projekt in den Rahmen der Klimapartnerschaft: „Die stärkere Nutzung der Solarenergie wird unser Beitrag zum Klimaschutz sein.“ Er wird Ende November mit einer kleinen Delegation in Würzburg erwartet. Michael Stolz vom M.W.A.N.Z.A.  e.V. lobte das Engagement eines erfindungsreichen Würzburger Bürgers: „Konstruktion und Sponsoring haben wir Thomas Petsch zu verdanken, der sich  vom Städtepartnerschaftsgedanken hat inspirieren lassen. Genauso möchten wir als Verein wirken: Wir wollen das bürgerschaftliche Engagement bündeln, um die Städtepartnerschaft mit Leben zu erfüllen.“

Die ersten Fischer, die bereits beim Testbetrieb teilgenommen hatten, wurden im Rahmen einer Feierstunde mit Dynamo-Taschenlampen beschenkt.
Der praktische Einsatz nachts durch die Fischer, um die sardinengroßen Dagaa anzulocken, kann jetzt beginnen. Erste Verbesserungsideen haben sich schon im Testbetrieb ergeben.

Aber für drei Monate ist die Ausleihe erst einmal kostenlos. Danach werden geringe Leihgebühren fällig. Wer dann auf die konventionellen Kerosinlampen verzichtet, kann Geld sparen. Das Projekt ist selbsttragend konzipiert: Durch die Leihgebühren soll die Anschaffung eines weiteren Systems ermöglicht werden. Jetzt wird es Ernst mit dem Pilotprojekt.

Michael Stolz


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