Herzlicher Empfang am Ufer des Victoria-Sees

Pressemitteilung Büro des Oberbürgermeisters Mwanza, 06. Februar 2012

Derzeit absolviert Oberbürgermeister Georg Rosenthal seinen Antrittsbesuch bei seinem tansanischen Amtskollegen Josephat Manyerere in der afrikanischen Partnerstadt Mwanza. Mit dabei ist eine große Delegation von M.W.A.N.Z.A. e.V. In sechs Tagen stehen bei Temperaturen um 35 Grad im Schatten zahlreiche Termine an. Angereist über die *inoffizielle’ Partnerstadt und Hauptstadt Tansanias, Dar es Salaam, geht es nach der Begrüßung im Rathaus von Mwanza ohne Verschnaufpause

von einem authentischen Eindruck zum nächsten. Die Würzburger Gruppe besichtigt verschiedene Projekte, mit denen der Vereinsvorsitzende Michael Stolz sowie das städtische Büro Würzburg International schon seit Jahren im engen Kontakt stehen. Auch werden alte Kontakte aufgefrischt oder neue Kontakte gepflegt, die beispielsweise beim Besuch einer tansanischen Delegation zur letzten Mainfranken-Messe zu Stande kamen. Es geht stets auch darum auszuleuchten, was die Stadt Würzburg tun kann, um die Freundschaft trotz der weiten Distanz mit viel Leben zu füllen und weiter auszubauen. Auch steht auf der Agenda der Würzburger, trotz des knapp bemessenen Aufenthalts in Mwanza eventuell kleine Hilfestellungen zu leisten und praktische Hinweise zu geben. Das Spektrum ist gewaltig: Bildungseinrichtungen, eine Müllhalde, die örtliche Feuerwehr, Werkstätten und Läden, eine Fußball-Akademie, das Bugando Medical Centre und viele weitere Stationen standen schon auf der Tagesordnung. Ein besonderes Highlight war der Besuch bei der *Luchelele Beach Management Unit“ (BMU) direkt am zweitgrößten Binnengewässer der Welt, dem Victoria-See. Auch hier ging es im wahrsten Sinne des Wortes um das Ausleuchten neuer Möglichkeiten. Die Gesellschaft der Fischer versammelte sich in einer Halle am Ufer, um mehr über ein Solarlampen-Projekt zu erfahren, das künftig den Fischfang in der Gegend erleichtern, vielleicht sogar revolutionieren könnte. Derzeit befindet sich ein erster Prototyp, gebaut vom Würzburger Solartechniker Thomas Petsch auf dem Weg nach Mwanza.

 

Die Kraft der Sonne soll zur Alternative für das Kerosin werden, das derzeit noch für die Beleuchtung verbrannt werden muss, um die Fische an die Oberfläche des bis zu 80 Meter tiefen Sees zu locken. Eine Solartankstelle mit schwimmfähigen Akku-Lampen verspricht eine umweltverträglichere und kostengünstigere Lösung: *Tansania ist ein reiches Land. So wie hier scheint die Sonne in Deutschland nie. Sonne ist Energie. Und Energie ist Geld”, brachte Michael Stolz die Innovation auf einen einfachen Nenner. Georg Rosenthal wandte sich an die versammelten Fischer: *Jetzt brauchen wir ihre Mithilfe. Sie müssen die Technik nach ihren Bedürfnissen anpassen und weiter verbessern.” Ankommen soll das große Paket in spätestens vier Wochen. Emmanuell Kalaleco, der Vorsitzende von Luchelele BMU, dankte für die Unterstützung aus der Partnerstadt. Am Ufer erläuterte er den Gästen die aktuelle Fangtechnik, die nach einer deutlichen Kerosin-Preiserhöhung für die 1233 in dieser Vereinigung organisierten Fischer unattraktiver geworden ist.

Dieses Projekt in der Partnerstadt - wie auch viele weitere, über die nach Rückkehr der Würzburger Abordnung ausführlicher berichtet werden wird -, fußen auf dem guten deutsch-tansanischen Netzwerk. Hierdurch werden die Erfolgsaussichten solcher Projekte am Victoria-See, der die wirtschaftliche Existenz der dort lebenden Menschen darstellt, deutlich erhöht. Somit gilt auch für künftige Besuche in Mwanza: Ein Besuch am Ufer des Sees, der für die lokale Wirtschaft von zentraler Bedeutung ist, ist Pflicht.

Aus Mwanza berichtet Georg Wagenbrenner.

Zusätzliche Informationen