Vier junge Menschen aus Würzburg helfen in Mwanza

Bei einem Treffen im September 2003 waren sie noch vereint auf einem Einführungsseminar auf der Frankenwarte zum Thema "Leben unter Einem Regenbogen - Wie leben Menschen mit Behinderung in anderen Kulturen"; inzwischen sind die drei Sonderschulpädagoginnen zum Teil seit längerer Zeit in Mwanza und haben dort ihre Arbeit begonnen.

Die Würzburg-Fahne weht schon länger vor dem "City Council" der zweitgrößten Stadt Tansanias. Übergeben wurde sie von der Sonderschullehrerin Angela Müller (31) an den Oberbürgermeister Leonard Bihondo mit Grüßen von der Stadt Würzburg. - Dieser "Lord Mayor", das Ehrenoberhaupt der Stadt, wird übrigens zu den Jubiläumsfeierlichkeiten Ende dieses Monats in Würzburg erwartet. - Bis Juni wird Angela Müller noch in der Stadt am Viktoriasee bleiben, um dort ihre Doktorarbeit zu schreiben. Darin nimmt sie eine Bestandsaufnahme der Situation der Menschen mit Behinderung vor, als Grundlage für gezielte Projekte. Von der dortigen Stadtverwaltung wird sie gut unterstützt. So schreibt sie in einer e-mail: "Im City Council habe ich in einem Büro einen eigenen Schreibtisch. Mr. Rashid oder Mrs. Manyama, den Schulräten, erzähle ich jeden Tag von meinen Plänen. Sie sind stets besorgt um mich und unterstützen mich durch Beratung und Gespräche." Freilich macht sie auch gegenteilige Erfahrungen. "Aber nicht immer ist alles toll. Wenn ich z.B. drei Stunden bei einem Termin warten muss, dann bin ich manchmal schon genervt - aber das ist tansanischer Alltag. Und ich bin hier um tansanischen Alltag zu erleben und nicht Klein-Deutschland in Afrika zu haben." Mit dieser Lebensweisheit ist sie offenbar recht erfolgreich.

Neben der wissenschaftlichen Arbeit ist sie aber auch praktisch tätig. Frau Müller: "Mittwochs und freitags unterrichte ich in den special units für geistigbehinderte Kinder in der Mirongo und Kirumba Grundschule. Das macht mir sehr viel Freude. Für mich ist es eine Herausforderung, mit vorhandenen Sachen Unterrichtsmaterialien zu erstellen. So habe ich leere Plastikflaschen in unterschiedlichen Größen gesammelt, sie mit den SchülerInnen mit Sand gefüllt und nun lernen wir damit Reihenfolgen zu bilden, nach Größe zu sortieren etc."

Ziel ihres Aufenthaltes ist eine Bestandsaufnahme der Situation von Menschen mit Behinderungen, um die Lebensbedingungen für diese Menschen zu verbessern sowie deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen durch die Förderung von Bildung und Erziehung.

Ihr Aufenthalt war vorbereitet worden von Musa Al Munaizel, der sich an der Universität Würzburg am Lehrstuhl Sonderpädagogik I schon seit Jahren mit dieser Thematik beschäftigt, in Zusammenarbeit mit Michael Stolz, dem Vorsitzenden des M.W.A.N.Z.A. e.V.

Aus derselben Kooperation hat sich auch der Besuch der beiden Sonderpädagogik-Studentinnen Jana Sahre und Antje Öhmichen ergeben. Sie werden bei HOMERC, so etwas wie die "Lebenshilfe" von Mwanza, und an der Behindertenklasse der Mirongo Primary School ein Praktikum absolvieren. Anschließend werden sie im Wintersemester in Daressalam studieren. Dirk Schiemenz begleitet die beiden und wird als angehender Elektroingenieur in Mwanza von Nutzen sein. Mit seiner Hilfe soll auch ein Solarlampenprojekt des M.W.A.N.Z.A. e.V. aus der Taufe gehoben werden. Photovoltaikelemente sammeln tagsüber die Energie der Äquatorsonne, um sie nachts für die Beleuchtung der Hütten bereitzustellen. Hierbei soll zunächst die Akzeptanz für diese noch ungewohnte Form der Energiegewinnung erkundet werden.

Im Juli wird Angela Müller die Ergebnisse ihrer Arbeit wiederum bei einer Tagung auf der Frankenwarte vorstellen.

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