Ein Feuerwehrauto aus Würzburg für Mwanza

 2020-01-21

Das 2017 von Würzburg gespendete Feuerwehrauto ist in der Partnerstadt Mwanza in Tansania im Einsatz bei der örtlichen Feuerwehr. Die Reise um den halben Globus per Schiff dauerte etwa drei Wochen. Im Hafen von Dar es Salaam hing er jedoch über zwei Jahre fest - aufgrund von verspätet eingetroffenen Frachtpapieren.

Mit finanzieller Unterstützung des tansanischen Wirtschaftsministeriums (?) und Engagement Global, einem gemeinnützigen Service für Entwicklungsinitiativen, hatte der Verein Mwanza e.V. das Würzburger Feuerwehrauto Anfang Juli 2017 nach Tansania geschickt. Der Wagen kam Ende Juli am Hafen von Dar es Salaam an, die Papiere jedoch erst Mitte September im gleichen Jahr. Und während die Beamten in Tansania seit Juli den steuerfreien Empfang und die Übergabe organisierten und auf die Papiere warteten, mehrten sich die Standgebühren am Hafen. Sie stiegen auf eine hohe fünfstellige Summe, die die Stadt Mwanza nicht zahlen und damit das so nachdrücklich gewünschte Fahrzeug nicht auslösen konnte. Ab Dezember 2017 wurde es schließlich still um den Wagen. „Unserer Kenntnis nach“, berichtete Michael Stolz von Mwanza e.V., „befand sich das Auto weiterhin im Hafen von Dar.“ Der Verein bemühte sich weiter um Vermittlung zwischen allen Seiten. Schließlich schaltete Oberbürgermeister Christian Schuchardt den tansanischen Botschafter in Berlin, den deutschen Botschafter in Tansania und dann noch den Präsidenten der Vereinigten Republik Tansania ein, was endlich Bewegung in den Fall brachte: Aktuelle Fotos aus Mwanza zeigen Mitglieder der Feuerwehr von Mwanza mit dem gespendeten Einsatzfahrzeug. Oberbürgermeister Christian Schuchardt freut sich sehr über den Erfolg, der so lange auf sich warten ließ und schickt viele Grüße in die Partnerstadt: „So wie in Würzburg wird sich der Feuerwehrwagen auch in Tansania bei Brandeinsätzen bewähren und hoffentlich dabei helfen, Menschenleben zu retten.“ Immerhin: Die Grüße und Wünsche dürften in Mwanza schneller ankommen als das Einsatzfahrzeug.

Die über 50-jährige Partnerschaft von Würzburg und Mwanza in Tansania basiert auf vielen gemeinsamen Projekten und einer aktiven Zusammenarbeit der beiden Städte beispielsweise mit einer Klimapartnerschaft, Photovoltaik-Anlagen, Solar-Fischerlampen, Tourismus und Bekämpfung der Schistosomiasis. Fachlichen Austausch und Schulungen von Personal finden beispielsweise auch in Zusammenarbeit der Feuerwehren der beiden Städte statt.

Fotos: Mwanza Fire and Rescue Force

Von Würzburg Intrenational

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